Internationale Musikparade - Iserlohn
Geschichte

Die Geschichte der Internationalen Musikparade Iserlohn - von 1970 bis heute

Die Entstehungsgeschichte
Die Grundvoraussetzungen zu einer Musikparade dieser Art wurden bereits 1962 geschaffen, als die erste ausländische Militärkapelle für das IBSV-Schützenfest verpflichtet wurde.
Vor allem die Kapellen der britischen Streitkräfte haben in den sechziger und siebziger Jahren die Bevölkerung auf Volks- und Stadtfesten jeglicher Art mit ihrer Musik, ihren Traditions-uniformen und ihrem Drill beeindruckt. Im Laufe der Jahre 1961 und 1962 kam der Gedanke auf, eine in Iserlohn stationierte britische Militärkapelle in das Schützenfest zu integrieren. Manfred Wagner, der beruflich zu den Briten sehr gute Kontakte hatte, stellte dann eine Verbindung zwischen der Britischen Armee und dem Vorstand des IBSV her. So marschierte 1962 die Band of The Royal Welch Fusiliers, begleitet von Manfred Wagner, als erste ausländische Militärkapelle im Schützenzug mit.
Dank Manfred Wagners Einsatz und seinen guten Verbindungen konnten die Engländer dazu gebracht werden, eine kleine Musikschau in der Art ihrer Militär-Tattoos, auf der Wiese der Alexanderhöhe darzubieten. Da diese Darbietung bei den Schützenfestbesuchern sehr gut ankam, wurde bereits ab 1963 für die Musikparade auf der Alexanderhöhe in der Zeitung und auf Plakaten geworben.

   

   

Beim IBSV wurde eben auf die Musik schon immer, und wird auch heute noch, sehr großer Wert gelegt. Die Anzahl der am Schützenfest teilnehmenden auswärtigen Militärkapellen, vor allem aus Großbritannien, stieg in kürzester Zeit deutlich an, aber auch Militärmusikkorps aus Kanada (erstmals 1966) und den Vereinigten Staaten von Amerika (erstmals 1967) traten beim IBSV auf, sowie zivile Musikkorps aus den Niederlanden und Österreich, und Eisenbahnerkapellen u.a. aus Skandinavien. So nahmen am Schützenfest 1967 bereits Musiker aus fünf Nationen teil, 1969 waren es schon sieben Nationen.

Die britischen Bands führten, wie oben bereits erwähnt, auf dem Festgelände auf der Alexanderhöhe Paraden mit Einzelvorführungen und den beliebten sogenannten “Massed Bands” (Vereinigte Musikkorps) mit durchschlagendem Erfolg durch. 1970 entschloß man sich dann im IBSV, anfangs sehr skeptisch, auf Vorschlag des damaligen Musikbeauftragten Reinhard Doerper, als Gegenstück zum NATO-Musikfest in Mönchengladbach, die erste offizielle Musikparade im Seilerseestadion durchzuführen, was mit so großem Zuschauerzuspruch honoriert wurde, das die Kassen an den Eingängen regelrecht überlaufen wurden. Aufgrund dieses großen Erfolges hat man beschlossen die Musikparade als festen Bestandteil des IBSV-Schützenfestes aufzunehmen, damals noch unter dem Namen NATO-Musikparade und später Internationale Militärmusikparade.

       

Im Seilerseestadion stand aber nur ein Aschenplatz zur Verfügung, was für die Musikkapellen und auch für die Zuschauer alles andere als schön war. War es trocken staubte es beim darüber marschieren unwahrscheinlich und die Uniformen, natürlich vor allem die Hosen waren rot von der Asche, war es naß sahen die Hosen nicht besser aus, da dann beim marschieren der rote Schlamm aus den Pfützen spritzte. Da das Seilerseestadion mit den Jahren aber ohnehin zu klein wurde, wechselte die Musikparade 1976 in das modernere Hembergstadion, wo eine überdachte Sitztribüne und ein Rasenplatz zur Verfügung stand.

       

Die Iserlohner Ausgabe einer Veranstaltung dieser Art brauchte sich, was die Qualität anbelangt, nicht hinter den offiziellen NATO-Musikfesten in Mönchengladbach und Kaiserslautern zu verstecken. Aber auch heute noch ist die Internationale Musikparade Iserlohn, wie sie mittlerweile heißt, eine der Top-Veranstaltungen in Deutschland, die im Gegensatz zu anderen Blasmusikveranstaltungen von einem einzelnen, zivilen Verein jährlich organisiert wird, und rangiert hinter dem Berliner Militärmusikfest und der Musikschau der Nationen in Bremen auf einer Stufe mit oben genannten NATO-Musikfesten und der Musikparade auf Tournee, die unter anderem auch in Dortmund Station macht. Das einzige, was uns in Iserlohn von diesen Veranstaltungen erheblich unterscheidet sind die Zuschauerzahlen.

   

Das Programm
In den Anfängen  wurde das Programm, dem Namen der Musikparade entsprechend, sehr militärisch aufgezogen, mit einem Vorprogramm, gestaltet von heimischen Musikkorps und deutschen, teils auch internationalen Jugendkapellen, danach wurde zur Eröffnung die Flaggenparade zelebriert und im Hauptprogramm traten ausschließlich Militärkapellen auf, als spektakulärer nicht musikalischer Höhepunkt fand ab 1972 der Fallschirmabsprung der Fallschirmjäger aus Iserlohn statt. Bei der Premiere der Fallschirmspringer 1972 landete ein Springer nicht wie geplant im Seilerseestadion sondern direkt im Seilersee - ihm ist aber nichts passiert. Weitere nicht musikalische Programmpunkte scheiterten damals wie heute leider meistens an der Beschaffenheit des Hembergstadions, bzw. der Rasenfläche.

   

Das Programm wurde in den Jahren, auch aufgrund des Abzugs der Soldaten aus Iserlohn immer mehr von zivilen Musikkorps geprägt, da es immer schwieriger wurde, und auch heute noch ist, Militärkapellen für die Musikparade und das Schützenfest zu verpflichten. Leider konnten, nach dem Weggang der Fallschirmjäger, auch der sehr beliebte Fallschirmabsprung nicht mehr angeboten werden, da der logistische und finanzielle Aufwand zu groß wurde.

Seit die Musikkapellen aus Osteuropa die Musikparade bereichern, ist immer wieder mal eine Folkloregruppe dabei, die einen Streifzug durch ihre Landeskultur darbieten. Heute wird das Programm von sieben bis acht Musikkorps gestaltet, darunter eine Band aus Iserlohn, vier bis fünf internationale zivile Musikkorps und zwei bis drei Militärorchester. Zum Abschluß, sozusagen als letzter Höhepunkt findet immer das große Finale mit allen Musikkorps statt. Früher wurden dann noch beim Finale die Gastgeschenke an die Bandmaster übergeben und die Nationalhymnen der beteiligten Nationen gespielt. Auf Beides wird heute aus Zeitgründen verzichtet. Die Gastgeschenke werden nun bei der Kapellenverabschiedung ausgegeben und es werden, aufgrund der Vielzahl der teilnehmenden Nationen nur noch die Europahymne und die Deutsche Nationalhymne gespielt.

   

Wie kaum eine andere Person hat Norman Rogerson das Programm der Musikparade mitgeprägt. Norman Rogerson war viermal als Director of Music mit der Band of the 1st Bn The Black Watch bei der Musikparade vertreten und nach einjähriger Pause viermal mit der Hampshire and Dorset Band der Territorial Armee des 1st Bn Wessex Regiment. Zum Abschied mit der Band of the 1st Bn The Black Watch hat Norman Rogerson dem IBSV ein wertvolles Geschenk gemacht, er komponierte den IBSV-Marsch, der erstmalig 1984 und danach wieder 2007 beim Finale erklungen ist, und dort auch von Norman Rogerson dirigiert wurde, denn er hält auch heute noch Kontakt zum IBSV und kommt regelmäßig, soweit es seine Zeit zuläßt, zum Schützenfest nach Iserlohn. Aber auch andere britische Bandmaster haben sich in Iserlohn einen Namen gemacht, wie z.B. Captain Kenny, Director of Music von der Royal Artillery Mounted Band, der sogar mit einer Iserlohnerin verheiratet ist, oder James Tyrer, Bandmaster der Band of the 1st Bn The Royal Highland Fusiliers und David Knox, Bandmaster der Band of the 1st Bn The Gordon Highlanders. Nicht zu vergessen bei prägenden Personen ist natürlich auch Siegfried Karow, der als musikalischer Leiter der “Waldstädter” auch über lange Jahre die musikalische Leitung des Großen Finales übernommen hat.

Die Musikkapellen
Das Wichtigste an einer Musikparade sind natürlich die Musikkapellen Während bei den ersten Musikparaden die britischen Militärkapellen, die beim Publikum besonders beliebt waren, und auch heute noch sind, dominierten und durch ein Bundeswehrmusikkorps unterstützt wurden, so waren z.B. 1973 sechs britische Bands an der Parade beteiligt, wurde das Programm nach und nach internationaler.
1974 folgte der erste Auftritt von Militärkapellen, die nicht aus Deutschland oder Großbritannien kamen, dies waren das H M Kongens Gardes Musikkorps aus Oslo, Norwegen und die Kapel van de Koninklijke Luchtmacht aus den Niederlanden.

       

Mit der Musique Militaire de la Fanfare du 8.Groupe de Chausseurs begann 1975 die lange Serie mit französischen Militärkapellen, die in Iserlohn auftraten und ebenfalls, aufgrund ihrer besonderen Musik, immer sehr gut ankamen, auch weil sie bei vergleichbaren Veranstaltungen eher selten zu sehen, bzw. zu hören waren. Auch die beeindruckende Präsentation des Musikkorps der 11. französischen Fallschirmjägerdivision wird noch vielen in Erinnerung sein, obwohl das 32 Jahre her ist, sowie die vierfachen Teilnahmen der Musique Militaire du 42 ème Régiment de Transmissions und der La Musique Militaire 153ème Régiment  d`Infanterie.

Ab 1987 sind, beginnend mit dem Tamboer- en Trompetterkorps Rijnmondband aus Schiedam, neben den Militärkapellen auch Amateurmusikkorps aus den Niederlanden regelmäßig vertreten. Diese Showbands lockerten das militärisch gestaltete Programm weiter auf und so wurden neben den traditionellen Märschen vermehrt auch Musik aus den Bereichen Rock, Pop, Film und Musical zu Gehör gebracht. Durch die Fantasie-Uniformen und die teilweise künstlerisch gestalteten Shows der Show- und Marchingbands wurde auch dem Auge eine neue Facette der Blasmusik aufgezeigt. Diese Musikkorps aus den Niederlanden sind beim Publikum immer wieder gern gesehen und gehört, da sich ihre Art und Weise der Darbietung so sehr von denen der Militärkapellen unterscheidet, so widmen die Bands manchmal ihre komplette Show einem Künstler bzw. einer Musikgruppe. Das bedeutet, es werden in der ca. 12-minütigen Show ausschließlich Hits dieses speziellen Stars gespielt, wie z.B. 1997 das Tamboer- en Trompetterkorps Euroband mit ihrem Queens-Programm, 2000 die Drumfanfare Drumguards Delft mit der Michael Jackson Show oder 2007 die Show- and Marchingband K&G mit ihrer Phil Collins Show.

     

Seit Beginn der Musikparade gehörten Bundeswehrmusikkorps aller Waffengattungen zum festen Bestandteil des Programms, bereits bei der ersten Parade war das Luftwaffenmusikkorps 3 beteiligt. Das änderte sich leider nach 1990, als das Heeresmusikkorps 9 als letztes Bundeswehrmusikkorps Iserlohn besuchte. Der Kontakt zwischen Bundeswehr und IBSV riß leider, auch aufgrund der Auflösung der Kasernen, ab.

     

Aber auch deutsche Zivil- bzw. Feuerwehrmusikkorps haben auf dem Rasen für Furore gesorgt, wie der Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Alsfeld 1999, das Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden 2002 oder das Blasorchester der FF Reiskirchen 2004.

Ein weiterer Meilenstein in der musikalischen Entwicklung der Musikparade erfolgte 1989 mit der Verpflichtung des Zentralmusikkorps der tschechoslowakischen Volksarmee.
Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Wegfall des eisernen Vorhangs wurde es möglich auch Militärkapellen aus dem sogenannten "Ostblock" zu verpflichten, womit sich eine ganz andere, neue Musikrichtung bei der Musikparade präsentierte. 1991 folgte das Stabsmusikkorps der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR. Von nun an war bei jeder Musikparade mindestens ein Musikkorps aus Osteuropa beteiligt. Seit dieser Zeit sind bereits 28 Musikkapellen aus acht osteuropäischen Staaten nach Iserlohn gekommen.
Diese, für die Weltgeschichte, positive Entwicklung hatte aber auch für die Musikparade und den IBSV einen “negativen” Beigeschmack. Nach und nach wurden die britischen Soldaten aus Iserlohn und aus Deutschland abgezogen, sowie die großen Regimentskapellen aufgelöst, sodaß es immer schwieriger wurde und auch heute ist, gerade die in Iserlohn so beliebten britischen Bands zur Musikparade zu verpflichten. So ist in der heutigen Zeit von der britischen Dominanz nichts mehr zu sehen, dafür ist das Programm allgemein internationaler geworden, so treten heute in der Regel sieben Musikkorps aus fünf bis sechs, manchmal sogar sieben Nationen bei der Internationalen Musikparade Iserlohn auf.

Nachdem 1974 das Jugendmusikkorps Arstad Skolekorps und das H M Kongens Gardes Musikkorps, beide aus Norwegen, die ersten Vertreter aus den skandinavischen Ländern waren, vervollständigte 1999 das Musikkorps der finnischen Verteidigungskräfte die Präsenz Skandinaviens (im weiteren Sinne) in Iserlohn, da aus Schweden und Dänemark bereits mehrfach Kapellen zur Musikparade angereist waren. Die charmanten und hübschen Damen der Pigegarde Helsingør aus Dänemark haben Iserlohn schon fünf mal besucht, da zwischen dem ersten (1983) und bisher letzten Besuch (2007) allerdings 24 Jahre liegen werden es wohl nicht immer die selben gewesen sein.
Gerade Jugendkapellen haben in Iserlohn eine lange Tradition. Bis heute sind 20 Jugendorchester aus neun Nationen zu Gast gewesen. Gern gesehen ist die Royal British Legion Band & Corps of Drums aus Romford, England, die schon fünf Mal bei uns waren und es immer wieder schaffen britische Militärmusik für Auge und Ohr mit moderner Popmusik zu verbinden und somit das Publikum zu überraschen.

    

Auch Musikkapellen aus Iserlohn haben die Musikparade geprägt, so führen die “Waldstädter”, die sich öfters mal umgenannt haben, vom Waldstädter Fanfarenzug, über Waldstädter Musikzug zum Waldstadtorchester, die Liste der mehrfachen Teilnehmer mit 33 Teilnahmen an 39 Musikparaden unangefochten und vorerst uneinholbar an.

    

Danach folgt in der Teilnehmeriste der nicht mehr existierende Musikzug Heideklang und die 1st Sauerland Pipes & Drums mit jeweils sieben Teilnahmen, und der Fanfarenzug Iserlohner Landsknechte mit sechs Teilnahmen.
2007 sind die Iserlohner Stadtmusikanten erstmals bei der Musikparade aufgetreten und sind vom Publikum mit viel Applaus für ihre erfrischende Darbietung bedacht worden. 2009 werden sie mit einer neuen Show und neuer Musik wieder dabei sein.

Wo wir gerade bei der Auflistung der mehrfachen Teilnahmen und einigen statistischen Daten sind, sei zur Vollständigkeit noch erwähnt, dass auch das Luftwaffenmusikkorps 3 und das Jugendmusikkorps Bad Kissingen jeweils sieben Teilnahmen aufweisen können, ebenso wie die Royal Artillery Alanbrooke Band aus Großbritannien als erste nicht deutsche Band in dieser Aufzählung.
Insgesamt nahmen an der Internationalen Musikparade Iserlohn bisher (Stand: 2008) 188 Musikkorps aus 22 Nationen teil, neben Bands aus weiten Teilen Europas auch Musikkapellen aus den USA und aus Kanada. Allein aus Großbritannien haben bisher bereits 53 Bands ein- oder mehrmals ihre musikalische Visitenkarte abgegeben, aus Deutschland waren es 38, aus den Niederlanden 31 und Frankreich 14. Eine genaue und vollständige Auflistung ist unter
dem Menüpunkt "Musikcorps" zu finden. Dort sind alle bisher teilnehmenden Musikkapellen nach Nationen und mehrfachen Teilnahmen aufgeführt.

Die Höhepunkte
Die Musikparade ist im Terminkalender von Iserlohn Jahr für Jahr eigentlich schon ein Höhepunkt für sich, und so reich an musikalischen und optischen Höhepunkten, das hier nachfolgend nur einige erwähnt werden können. So z.B. die unvergesslichen Auftritte der traditionsreichen britischen Militärkapellen und der Pipes & Drums in ihren historischen Uniformen, wie u.a. die Band & Corps of Drums of the 1st Bn The Worcestershire and Sherwood Foresters oder die Band, Pipes & Drums of the 1st Bn The Royal Highland Fusiliers.

   

Speziell die gemeinsamen Auftritte als Vereinigte Britische Musikkorps waren immer ein besonderer Leckerbissen, so spielten 1976 die Massed Bands unter der musikalischen Leitung von Captain Pinkney, Director of Music der Royal Artillery Alanbrooke Band, die Ouvertüre 1812 von Tschaikowskis “Napoleon vor Moskau“, unterstützt von vier echten britischen Geschützen - ein wahrhaft grandioses und bombastisches Werk.
Außerdem waren die Fallschirmabsprünge immer ein Garant für Spannung und spontanen Applaus.
Ohne ein spezielles Musikkorps herauszuheben waren auch die Auftritte der französischen Militärmusikkorps immer etwas besonderes, da diese Bands bei ähnlichen Veranstaltungen eher selten zu bewundern waren und der französische Militärmusiksound in Iserlohn sehr gut ankam.

Zu den absoluten Höhepunkten der internationalen Musikparade zählen sicherlich die beiden Auftritte des H M Kongens Gardes Musikkorps und Drillkontingent aus Oslo, die 1974 und 1977 die Zuschauer bei der Musikparade musikalisch und optisch durch exakte Marschformationen sehr beeindruckt haben, sodaß alle die dabei waren heute noch ins Schwärmen geraten wenn über diese Formation gesprochen wird.
Zu den weiteren herausragenden Ereignissen gehören sicherlich die spektakuläre Vorstellung des US-Drill Teams der US-Brigade Berlin 1978 und der Auftritt der United States Army Europe Band 1984.

    

Ein besonderer Höhepunkt der anderen Art war der Besuch von Prinzessin Margaret von Großbritannien, die 1982 während der Musikparade mit einem knallroten Hubschrauber im Hembergstadion eingeflogen wurde und auf der Rasenfläche landete. Prinzessin Margaret ist Ehrenoberst der Royal Highland Fusiliers, deren  Band, Pipes & Drums 1st Bn The Royal Highland Fusiliers sowie zwei Wachkompanien im Hembergstadion zu Ehren von Prinzessin Margaret und natürlich der Musikparadenbesucher die Wachablösung - "Changing of the Guard" zelebrierten.

Als fast schon geschichtlichen bzw. politischen Höhepunkt kann man den Auftritt des Zentralen Musikkorps der Tschechoslowakischen Volksarmee aus Prag 1989 bezeichnen, da zu dieser Zeit die CSSR, die UdSSR und auch die DDR noch existierten sowie zwei Jahre später die Verpflichtung des Stabsmusikkorps der Westgruppe der Streitkräfte der UdSSR.

In den letzten Jahren sorgen die niederländischen Show- und Marchingbands durch mitreißend arrangierte Musikstücke und durch aufwendige Choreographien bei ihren Shows für Furore und "Standing Ovations". Hier sind besonders die Auftritte der Drum- en Showband Adest Musica, des Tamboer- en Trompetterkorps Rijnmondband und des Tamboer- en Trompetterkorps Euroband zu erwähnen, sowie die spektakuläre und dynamische Show der Showband Antonius 2007.

    

Die Marschgeschwindigkeit der Bands of The Light Division, von denen immerhin fünf in Iserlohn waren, die Band & Bugles of the 2nd Bn The Royal Green Jackets gleich sechs Mal, von 140 Schritt pro Minute ist schon sehr beeindruckend, die Darbietungen der Fanfara Associazione Nazionale Bersaglieri, Sezione di San Donà di Piave aus Italien, die 2008 im Laufschritt über den Rasen fegten und dabei noch Musik machten ist wohl unübertroffen.

    

Die Organisation
Schon bevor es die Musikparade gab, hatte der IBSV einen Musikbeauftragten, der für die gesamte Musik zum Schützenfest verantwortlich war. Dies war bis 1962 Oberstleutnant Werner Schmidt. Danach übernahm Reinhard Doerper, unterstützt von Manfred Wagner als Briten-Chef-Kontakter und Herbert Wehner von der Iserlohner Brauerei, diesen Posten. 1985 wurde Reinhard Doerper dann von Peter Himmen abgelöst, ihm folgte 1990 Reimund Trebschuh, der, begünstigt durch die politische Situation, vermehrt Orchester aus Osteuropa nach Iserlohn holte. 1999 wurde Thomas Nafe der Musikbeauftragte im IBSV. Mit einer einjährigen Unterbrechung 2004, als Peter Fobbe diese Aufgabe übernommen hatte, lenkte Thomas Nafe die musikalischen Geschicke des IBSV. Uwe Klippert übernahm 2012 von Thomas Nafe das Amt des Musikbeauftragten und schaffte es in den folgenden Jahren, das hohe Niveau der verpflichteten Musikkorps und Showbands zu halten, obwohl die Rahmenbedingungen wie Unterbringung der Musiker, die Lenkzeiten der Busfahrer, usw. immer schwieriger werden. Auf der Musikparade 2017 wurde Uwe Klippert feierlich verabschiedet. Übernommen hat sein Bruder Detlev Klippert und ist somit ab 2018 für die Musikkapellen verantwortlich und der erste Mann in der IBSV-Musikkommission und damit Musikbeauftragter des IBSV.

Der Musikbeauftragte, der für die Auswahl, Verpflichtung, Betreuung, Unterbringung und Verpflegung der Musikkorps, nicht nur für die Musikparade sondern für das gesamte Schützenfest, verantwortlich und zuständig ist, steht natürlich nicht allein da. Ihm stehen die Mitglieder der Musikkommission, die sich aus den Kapellenbetreuern aller Einheiten zusammensetzt, mit Rat und Tat zur Seite und begleiten die ihnen zugeteilten Musikkapellen über das ganze Wochenende. Rund um die Musikparade sind natürlich auch noch unzählige helfende Hände des IBSV ehrenamtlich im Einsatz, damit solch eine Veranstaltung überhaupt erst stattfinden kann, nicht zu vergessen sind Mitarbeiter der Stadt Iserlohn, des THW, der Feuerwehr, der Polizei, des Roten Kreuz, usw..

Sollte in dieser Rückschau auf fast 50 Musikparaden des IBSV und deren Entstehungsgeschichte eine Person oder eine Vereinigung nicht erwähnt bzw. berücksichtigt worden sein, so bitte ich dies mit der Vielzahl an Informationen und der Tatsache, dass der Verfasser dieser Zeilen kein Zeitzeuge der Vorgeschichte ist, sondern genauso alt ist wie die Musikparade selbst, zu entschuldigen.

Den Rückblick auf 48 Musikparaden des IBSV in Iserlohn möchte ich mit zwei Zitaten aus den Bürgerschützen 1972 und 1973 von Reinhard Doerper beenden:
“Das attraktive Bild der vielen Spitzenkapellen aus dem In- und Ausland, die bunten Uniformen, das ausgezeichnete Spiel und das disziplinierte Auftreten der Militärmusiker sind aus den großen Festzügen des IBSV und innerhalb des Festgeländes auf der Alexanderhöhe einfach nicht mehr wegzudenken und gehören mittlerweile zum traditionellen Kernstück unserer großen Volksfeste. Der IBSV ist sich seiner Verpflichtung seinen Mitgliedern, Freunden und der Iserlohner Bevölkerung gegenüber bewußt, den einmal beschrittenen Weg konsequent fortzusetzen.”
“Wir würden uns herzlich darüber freuen, wenn Sie den vielen Musikern aus ganz Europa und darüber hinaus aus Übersee durch Ihren freundlichen Applaus und durch rege Teilnahme an den Festzügen und bei der Musikparade Ihre Verbundenheit zum Ausdruck bringen würden. Sie liefern damit den Beweis, dass alle Teilnehmer als Gäste der Waldstadt herzlich willkommen sind.”
Obwohl diese beiden Zitate über 35 Jahre alt sind, so treffen sie auch heute noch haargenau den Nagel auf den Kopf, und ich möchte an dieser Stelle, ebenfalls mit der Bitte die Musikparade im Hembergstadion und die Festzüge in diesem Jubiläumsjahr, und natürlich auch in den kommenden Jahren, zahlreich zu besuchen, diesen Rückblick beenden.

IBSV-Musikkommission

Uwe Klippert

Mai 2009; ergänzt im Januar 2012 und im Oktober 2017

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